Katzenfreunde

Da ich gestern ja nun schon mal von meiner Schwester Lisa erzählt habe, bleib ich gleich mal bei meiner Katzen-Kindheit.

So eine einsame Felix-Katze wollten meine Menschen hier eigentlich nicht haben. Mindestens einen Kumpel wollten sie für mich noch besorgen. Deshalb haben sie eine Anzeige in einem Mitteilungsblättken hier in unserem Dorf aufgegeben, und es meldete sich tatsächlich eine Frau aus dem Nachbarort. Bei ihr gab es junge Katzen, die waren nur schon ein paar Wochen älter als ich. Aber als Spielkameraden für mich gut und wichtig, fanden meine Leute, denn es gab sonst niemanden, der sich auf die Anzeige gemeldet hätte.

Also ist Ulrike hin, wollte eigentlich nur eine von den kleinen Katzen holen. Aber dann hat sie gleich zwei von denen mit zu uns nach Hause gebracht: Den grauen Schnuffel und den schwarz-weißen Max. Sie konnte sich einfach nicht entscheiden …

Hier liegen wir alle drei einige Wochen später auf Michi-Papas Bauch:

Es war einfach schön, nun mit zwei tollen Katzen-Kumpels hier in der Wohnung und im Garten herumtoben zu können.

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Meine Schwester Lisa

An dieser Stelle wurde sie vor fast 13 Jahren begraben – meine kleine Schwester Lisa:

lisasGrabstelle

Dort wo jetzt das Wasser von unserem kleinen Umpump-Becken im Garten ist.

Als Michi und Ulrike das Loch für das Wasserbecken ausgebuddelt haben, war aber kein Fitzelchen von Lisas Knochen mehr in der Erde. Kein Wunder – damals, als sie starb, war sie ja kaum mehr als eine „Handvoll“ Katze, sagt Ulrike, gerade mal 6 oder 7 Wochen alt.
Ich selbst würde mich gar nicht mehr dran erinnern, wenn SIe es mir nicht ab und zu erzählen würde …

Also das war so:

Lisa und ich hausten im Keller eines alten Bauernhofes und wurden von unserer Mutter gar nicht mehr richtig versorgt, weil die schon wieder Flausen im Kopf hatte und mit dem Hofkater flirtete.
Die Bauersfrau hat es irgendwann gemerkt und davon einer Bekannten erzählt.
Diese Bekannte war wiederum eine Freundin von Ulrike, und die hatte sich gerade – zusammen mit dem Michi – ein neues Haus gekauft, wo sie nun mehr Tiere halten wollten.

Dass Ulrike – neben meiner späteren Hundefreundin Dodo (*- in ihrem neuen Haus gern auch Katzen hätte, wusste die Bekannte der Bauersfrau. Deshalb stieg sie gleich darauf ein und sagte der, da müsse man aber wohl schnell helfen, und sie wisse auch schon, wo die kleinen Kätzchen bestimmt ein schönes neues Zuhause finden würden.

Noch am gleichen Abend fuhren die beiden Freundinnen also dort hin und holten die zwei Katzenbabys – Lisa und mich – ab. Damals waren wir erst knapp 5 Wochen alt, und eigentlich hätten wir unsere Mama noch mindestens 3 Wochen lang gebraucht, aber so war es auf jeden Fall besser, als wenn wir in diesem dunklen Keller elendiglich verreckt wären, weil unsere Mutter, das Luder, sich nicht mehr kümmerte, und die Bauern hatten dazu auch keine Zeit.

So sind wir also hier gelandet – eingepackt in einen großen Karton mit Löchern, durch die wir Luft bekamen. Die Fahrt war schrecklich und machte uns Angst.

Im neuen Zuhause waren wir während der ersten 2 Tage sehr scheu (Lisa mehr als ich) und versteckten uns immer hinter der Wandverkleidung, die an einer Stelle ein Stückchen offen stand. Aber wenn es was zu fressen gab, kamen wir halt doch, fanden am 3. Tag auch einen Katzenkorb ganz gemütlich, den man uns hingestellt hatte. Und wenn wir mal mussten, gingen wir in diese Kiste mit kleinen Steinkrümelchen, die nicht weit entfernt vom Katzenkorb stand.
Was ICH in dieser Steinkrümel-Kiste hinterließ, war ja ganz in Ordnung, aber die Lisa machte alles immer ganz dünn, und es sah so aus, als wäre Blut dabei.
Also fuhr Ulrike mit uns ganz fix zum Tierarzt.

Der schaute uns an und meinte, wir seien noch zu klein, da könne er nix machen. Ja, da wusste Ulrike auch nicht weiter und fuhr wieder mit uns nach Hause.

Zwei oder drei Tage später lag Lisa morgens neben mir wieder in unserem Katzenkorb. Ich wusste gar nicht, was mit der los war, aber sie bewegte sich einfach nicht mehr, und sie wurde immer kälter. Man konnte gar nicht mehr richtig mit ihr kuscheln …

Tja, meine neuen Eltern meinten, dass Lisa nun wohl leider tot sei – was immer das auch zu bedeuten hatte. Jedenfalls war ich plötzlich allein, und sie haben die kleine Lisa in ein Loch gelegt, das sie vorher in die Erde gebuddelt hatten. Ja, und sie waren irgendwie ziemlich anhänglich mit mir und schmusten ständig an mir herum, trugen mich durch die Gegend und so … Ulrike weinte ab und zu auch ein bisschen …

Als auch bei mir das, was hinten raus kommt, ein paar Tage später nicht mehr so gut aussah – also fast wie bei Lisa – hat die Ulrike mich geschnappt und ist wieder zum Tierarzt mit mir gefahren.
Dieses Mal hat sie sich nix erzählen lassen – von wegen „zu klein“ und so weiter. Sie hat darauf bestanden, dass er mal ordentlich schaut.
Aber wieder hat er nur mit den Achseln gezuckt und gesagt: „Das Einzige, was ich tun könnte, wäre – eine Vitaminspritze …“
„Ja, dann TUN Sie das!“, hat sie geantwortet und war schon ziemlich sauer. (Deswegen geht sie da mit mir jetzt auch nicht mehr hin.)

Ja, und was soll ich euch sagen?
Ich hab diese Spritze bekommen, und danach – sagt SIE – sei ich abgegangen wie eine Rakete … *maunz*

Heute merkt man von meinen Startschwierigkeiten nix mehr, finde ich, man kann ja wohl kaum behaupten, dass ich nicht ein stattlicher Kater geworden wäre.

Aber so im Nachhinein bin ich doch ein bisschen traurig. Ich hätte gern erlebt, dass die Lisa mit mir groß geworden wäre … Hm …

(* – Die Dodo fand ich übrigens von Anfang an ganz toll. Vor der hatte ich weniger Angst als vor diesen fremden Menschen …